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Horizont Welver

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Unbedingt den BLOG von Robert Habeck lesen: eine Rezension des unsäglichen Buches von Björn Höcke > zum BLOG

 

Süddeutsche Zeitung vom 01.10.2019:
Die Folgen der Erderwärmung sind viel schlimmer . . .

 

Die Folgen der Erderwärmung sind viel schlimmer als die meisten von uns wahrhaben wollen, warnt David Wallace-Wells. Im Interview spricht der Autor über die drei großen Irrtümer des Klimawandels und die Frage nach der Schuld.

Von Nadja Schlüter in der Süddeutschen Zeitung vom 01.10.2019

Im Juli 2017 erschien im New York Magazine ein Artikel über den Klimawandel. David Wallace-Wells beschrieb darin die desaströsen Folgen der Erderwärmung. Auf den Erfolg des Artikels folgte das Buch: "The Uninhabitable Earth". Es erschien Anfang 2019 und ist seit dem Sommer in deutscher Übersetzung verfügbar. Gestützt auf wissenschaftliche Quellen prognostiziert Wallace-Wells darin die Auswirkungen des Klimawandels auf unsere Gesundheit und Ernährung, auf die Ozeane, die Luft und die Wirtschaft. Und er denkt darüber nach, wie wir diese Katastrophe am besten kommunizieren können.

SZ: Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg ist gerade in den USA, Sie haben sie getroffen und interviewt. Thunberg sagt, dass die älteren Generationen ihre Kinder verraten haben. Hat sie recht?
David Wallace-Wells: Absolut. Als ich 1982 geboren wurde, war das Klima einigermaßen stabil. Heute, 37 Jahre später, steht die Welt am Rande der Klimakatastrophe. Unter anderem wegen all der Entwicklungen, die seitdem zu meinem Vorteil getätigt wurden. Dasselbe trifft auf alle Menschen in den Industrienationen zu, wir alle haben von den Produktionsweisen, Wirtschaftssystemen und Energieträgern profitiert, die das Klima unseres Planeten nun zu zerstören drohen. Wenn wir alle so konsumieren würden wie ein Europäer im Jahr 1970, wären wir heute ganz woanders.

SZ: Und der Rest der Welt trägt keine Schuld? Was ist mit Ländern wie China?

Die Schuldfrage ist sehr kompliziert, und die Verantwortlichkeit verteilt sich auf verschiedene Akteure über einen langen Zeitraum. Aber ja, ein großer Teil der Emissionen der vergangenen 30 Jahre geht auch auf die Industrialisierung der Entwicklungsländer zurück. Das ist eigentlich positiv, denn es gibt weniger Armut, viele Menschen führen ein besseres und gesünderes Leben. Rückblickend werden wir kaum sagen, diese Menschen hätten besser darauf verzichtet. Aber in Zukunft müssen wir den Kurs ändern.
Sie waren weder ein Klimaaktivist noch ein Klimajournalist. Wieso liegt Ihnen das Thema jetzt so sehr am Herzen?
2016 fiel mir auf, dass man immer mehr über den Klimawandel berichtet. Darum habe ich angefangen, mich damit zu beschäftigen, doch hatte ich schnell den Eindruck, dass nicht ehrlich genug berichtet wurde. Vor allem drei große Irrtümer wurden verbreitet, an die ich bis dahin auch geglaubt hatte.

SZ: Welche Irrtümer waren das?

Erstens: die Geschwindigkeit des Klimawandels. Ich dachte, die Erwärmung sei ein Prozess, der sich über Jahrhunderte erstreckt, dass wir also viel Zeit haben, eine Lösung zu finden. Doch die Hälfte der CO₂-Emissionen der Menschheitsgeschichte wurden in den vergangenen 30 Jahren ausgestoßen, wir können die Auswirkungen in Echtzeit verfolgen. Zweitens: der Umfang. Lange wurde vor allem über den Anstieg des Meeresspiegels gesprochen, was den Eindruck erweckte, man sei sicher, wenn man nicht an der Küste lebt. Aber der Klimawandel hat viel mehr Auswirkungen, er betrifft uns alle, die Armen mehr als die Reichen, aber dennoch alle. Und er wird nicht nur unser Wetter und unsere Wirtschaft verändern, sondern auch, wie wir uns selber in der Welt und in der Geschichte verorten. Und drittens: die Ernsthaftigkeit. Bis vor etwa einem Jahr haben Wissenschaftler über den Schwellenwert von zwei Grad Erwärmung wie von einem Szenario des schlimmsten anzunehmenden Falles gesprochen. Vom heutigen Standpunkt aus ist das eher das Best-Case-Szenario.

SZ: Wie sieht dieses Best-Case-Szenario aus?

Bei zwei Grad Erwärmung wäre es in den meisten Städte im Nahen Osten und in Südasien im Sommer so heiß, dass man nicht draußen sein könnte, ohne einen Hitzschlag oder gar den Tod zu riskieren. Auf Dauer würden das arktische und antarktische Eis schmelzen und der Meeresspiegel dramatisch ansteigen, zwei Drittel der großen Städte weltweit würden überflutet. Ein UN-Report, der im kommenden Monat veröffentlicht wird, schätzt, dass die Schäden durch Stürme und den Meeresspiegelanstieg um ein Hundertfaches steigen werden und 280 Millionen Menschen ihr Zuhause verlieren. Bis zum Jahr 2050 könnte es eine Milliarde Klimaflüchtlinge geben. Jenseits der zwei Grad wären die Folgen noch dramatischer. Trotzdem informieren weder Wissenschaftler noch Journalisten oder Aktivisten darüber, wie das Leben auf der Erde dann aussehen würde, obwohl dieser Anstieg fast unvermeidbar ist.
Wieso wurde darüber nicht gesprochen?
Die Wissenschaftler wollten die Öffentlichkeit nicht verängstigen. Sie dachten, dass sie die Menschen nur dann mobilisieren können, wenn sie optimistische, hoffnungsvolle Botschaften verbreiten. Wissenschaftler sind eher vorsichtige Menschen, die sich auf Fakten fokussieren, es widerstrebt ihnen, etwas zu äußern, was als Übertreibung ausgelegt werden könnte. Hinzu kommt, dass viele von ihnen, vor allem in den USA, immer wieder mit den Interessen der Industrien und mit Klimawandel-Leugnern zu kämpfen hatten und dadurch zurückhaltender geworden sind.
"Das bedeutet Reduktion in allen Bereichen"

SZ: 2017 haben Sie den Artikel "The Uninhabitable Earth" über die Folgen des Klimawandels geschrieben. Damals hat man Ihnen Panikmache vorgeworfen, beim gleichnamigen Buch ist das jetzt nicht anders. Setzen Sie auf Angst als Motor?

Es ist unstrittig, dass Angst Menschen mobilisieren und motivieren kann. Mir selber ging es so, als ich mich näher mit dem Klimawandel beschäftigt habe. Man sieht es auch an der Geschichte der Umweltbewegung. Der Klimawandel sollte natürlich nicht nur auf Angst basierend kommuniziert werden, aber Wissenschaftler und Aktivisten haben zu lange darauf verzichtet, diesen Hebel zu betätigen. Es hat zum Beispiel einen riesigen Unterschied gemacht, dass der UN-Sonderbericht "1,5 °C globale Erwärmung" aus dem vergangenen Jahr sehr viel alarmistischer war als alle Berichte zuvor und auch in den Medien genauso aufgegriffen wurde.
In den letzten eineinhalb Jahren ist Bewegung in die Klimapolitik gekommen.

Siehe auch "Friday for Future" - Klima

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Brauch ich nicht

 

Stellungnahme von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN OV-Welver zum Bau einer industriellen Intensivtierhaltungsanlage in Welver- Vellinghausen

Am 14.9. 2019 berichtete der Soester Anzeigers über ein Bauvorhaben zur „Errichtung einer Hähnchenmastanlage im Ortsteil Vellinghausen“ für rund „29 000 Tiere“.

Die Welveraner Grünen widersprechen dem verwaltungsseitigen Beschlussvorschlag, der die Erteilung des gemeindlichen Einvernehmens vorsieht, und rufen die Ratsmitglieder der Gemeinde Welver dazu auf, dem Bauantrag nicht stattzugeben.

Wir fordern die Gemeinde Welver auf, dem Bau des Hühnermaststalles zur Intensivtierhaltung nicht zu befürworten, da dieser keine wesensgerechte Tierhaltung und strenge Beachtung des Tierschutzgesetzes vorsieht. Weiterhin sollen keine weitere Agrarfabrik in der Gemeinde angesiedelnt werden. Bereits jetzt besteht eine Bedarfsüberproduktion an Fleisch. Jede weitere Agrarfabrik produziert für den Export und trägt u. a. zur Verarmung der afrikanischen Landbevölkerung bei. Welver soll sich stattdessen für eine naturnahe bäuerliche Landwirtschaft einsetzen und die Produktion von gesunden, regionalen Lebensmitteln befürworten und unterstützen.
Genauso sollen die Klimafolgen dieses Bauvorhabens und aller anderen Bauvorhaben ermittelt, bewerten und abgewägt werden. Jegliche weitere Versiegelung von landwirtschaftlich genutzten Flächen ist nach Möglichkeit zu unterbinden wer. Infolge ist auch die Reduzierung weiterer umweltschädlicher Maßnahmen anzustreben,

Wir Grüne erwarten von der Landesregierung NW, dass in Zukunft Anlagen für industrielle Intensivtierhaltung nur noch dann genehmigt werden, wenn besondere Gründe für eine Überversorgung (mehr als 100%) vorliegen. Des Weiteren sollen für alle Anträge zur Errichtung solcher Anlagen Umweltverträglichkeitsuntersuchungen vorgelegt werden müssen. Das Genehmigungssrecht für derartige Mastanlagen sollte vorrangig bei den Gemeinden liegen.

Auf „ethischen“ und „moralischen“ Belangen fußst unser Grundgesetzt. Das wird im Zeitungsartikel verworfen. Es müsste aber alle unseren Entscheidungen mittragen, nicht ausschließlich vorgeschobene Beschlüsse nach „Sachlage“. Dass „klimatische Belange“ bei der Entscheidungsfindung zur Genehmigung einer Mastanlage nach Herrn Westphal nicht entscheidungsrelevant sind, kann von uns derzeit nur als schlechter Witz empfunden werden.

Sich für den Umwelt- und Klimaschutz auszusprechen, ist die Aufgabe aller Bürgerinnen und Bürger, aber hier ist die verantwortliche Entscheidung der Politik gefragt.

Corbelia Plaßmann, Fraktionsvorsitzende

Der HFA stimmte am 18.09.2019 mit Mehrheit für den Antrag der Grünen

Siehe auch ausführlich Aktuelles >

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Meine Meinung zum . . .

Klimaschutz

Häufig höre ich die folgenden zwei Fragen: „Was soll denn ich zum Klimaschutz tun?“ oder „Warum soll ich etwas zum Klimaschutz tun, während viele große Staaten nichts tun?“ - Beide Fragen zielen auf die Vermeidung von Verantwortungsübernahme. Sie bezweifeln die Handlungskompetenz des Einzelnen und intendieren hintergründig gleichzeitig, dass der einzelne keine tatsächliche Wirksamkeit für den Klimaschutz hat, haben kann.

Gerne stellt man sein Einzel Sein gegen die 7,6 Milliarden Weltbevölkerung, bzw. – und das noch lieber - gegen die Staaten und deren Bürger, die anscheinend gar nichts tun. Siehe derzeit Amerika! - Ein gewaltiger Irrtum. Ob Donald Trump tatsächlich ein psychiatrischer Fall ist, will ich nicht diskutieren. Aber dass amerikanische Bundesstaaten sich in Sachen Klimaschutz eindeutig gegen ihren Präsidenten stellen und handeln, sollte dabei nicht übersehen werden.
Genauso wenig sollte man übersehen, dass die Tat eines einzelnen sehr viel bewirken kann. Man nehme nur – Chaostheorie - die Tatsache, dass der Flügelschlag eines Schmetterlings einen Sturm auslösen kann und blicke nach Schweden, was dort ein junges Mädchen namens Greta Thunberg ausgelöst und inzwischen weltweit bewirkt hat.

Um das mal auf Orts-/Dorfniveau runterzuschrauben.

Wer hindert uns, die Gärten bienenfreundlich zu gestalten? Wer hindert uns, mehr mit dem Fahrrad, dem ÖPV zu fahren? Wer hindert uns, Kreuzfahrten und Flüge auf ein Minimum zu beschränken oder besser noch zu unterlassen? Wer hindert uns, Plastik- und Verpackungsmüll zu vermeiden oder zumindest stark einzuschränken? Wer hindert uns, klimavernünftig zu handeln und unseren „kranken“ Nachbar auch? - Ja, vernünftiges Tun kann tatsächlich ansteckend werden. Also anfangen, ohne den Heiligenschein eines Missionars aufzusetzen und als solcher fortwährend zu missionieren. Einfaches Tun ist ganz nicht selten viel.
Ach so! Alles richtig machen wird nicht gelingen. Es zu versuchen, aber mehr, als man denkt. Wer allerdings hofft, damit einen Nobelpreis zu erringen, sollte sein Tun lieber nicht dahin ausrichten. Denn, das gelingt nie. Klein anfangen und sich entwickeln, ist das Erfolgsrezept.

Oder wie Karl Kraus, der große österreichiscje Publizist, Satiriker, Lyriker, Aphoristiker und Dramatiker, sinngemäß sagte: Handele dort, wo du etwas bewirken kannst; die großen Dinge anzugehen, ist müßig oder kommen dann unversehens wie von selbst.

Und jetzt kommts richtig dicke: Wer ernsthaft glaubt, nur mit wenigen Einschränkungen die Klimaziele erreichen zu können, irrt, und zwar gewaltig. Es bedeutet Verzicht und mit der Weltgemeischft teilen zu können. -  Im Großen sind die Politker gefragt, den Mut trotz aller Legislaturperioden zu haben, einschränkende Gesetze und Verbote zu beschließen. Das kann man ihnen nicht nehmen. Selbst in der BRD hat der regierungberufene Klimarat deutliche Handlungsziele gesetzt. Daran sollte man bei der nächsten Wahl denken und entsprechend handeln.

Borgeln, den 11.09.2019
Johannes Kimmel-Groß

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Lesempfehlungen:

Grüner leben, ohne verzichten zu müssen? Umweltökonom Niko Paech über die trügerische Idee von Nachhaltigkeit, bei der sich der Einzelne nicht einschränken muss, von Nico Paech > mehr

 

ROBERT HABECK; Wer wir sein könnten, Warum unsere Demokratie offene und vielfältige Sprache braucht.
Kiepenheuer & Witsch 2019

 
RAINER MAUSFELD; Warum schweigen die Lämmer? Wie Elitendemokratie und Neoliberalismus unsere Gesellschaft und unsere Lebensgrundlagen zerstören. WESTEND
 
PETER ZUDEICK; Heimat. Volk. Vaterland, Eine Kampfansage an Rechts. WESTEND 2018
 
DANIEL FUHRHOP; Verbietet das Bauen, Eine Streitschrift. OEKOM 2015
 
GÜNTER FALTIN; David gegen Goliath, Wir können Ökono,ie besser. Murmann / Haufe 2019
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Geplante Aktionen auf den Mittwochabendmärkten

in Kooperation mit dem BUND

Nr. Datum / Uhrzeit Themen der Aktionen auf den Abendmärkten
1

03.04.2019

Singvogel-, bienenfreundliche und lebendige Vorgärten > mehr
2 05.06.2019

Klimawandel - Klimaschutz ist Familiensache > mehr

3 04.09.2019
von 16 bis 21 Uhr
Klima- und umweltfreundlich einkaufen
 

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z. B.: Veranstaltung der Grünen OV Welver mit Dr. Udo Engelhardt am 08.Mai 2019 > mehr
 

Unbedingt hören und/oder sehen!

 

Interview im WDR5 mit Felix Banaszak: Was macht die Grünen so erfolgreich? (download)

 

Wilfried Schmickler: Kein Zurück 1 (download) und Kein Zurück 2 (download)

 

WDR5 - Tiefenblick (31.03 bis 14.04.2019)

WDR5-Tiefenblick: Spielball Erde > Aktuelles

 

WDR5-Tiefenblick: Landwirtschaft und ihre Folgen > Aktuelles

 

WDR5 - Wochenthema im Morgenecho
vom 01. bis zum 05.04.2019

Landwirtschaft anders > Aktuelles

 
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